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Brachytherapie (griech.: brachys = nah, Gegensatz: tele = fern) ist eine
spezielle Form der Strahlentherapie, bei der eine
Strahlenquelle innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu bestrahlenden Volumens im Körper
des Patienten platziert wird. Im Gegensatz dazu wird bei der
Teletherapie
die Strahlung von außerhalb des Zielgebietes eingestrahlt, typischerweise
mit Hilfe eines Linearbeschleunigers.
Durch die Platzierung der Strahler in dem zu behandelnden Volumen oder in dessen
Nähe, können Strahlenquellen verwendet werden, die langwelligere, sogenannte
"weiche" Strahlen mit geringerer Eindringtiefe aussenden. Dadurch lässt sich
die Bestrahlung sehr genau auf das Zielvolumen begrenzen und die
Strahlenbelastung benachbarter Organe ist gegenüber der Teletherapie deutlich
verringert.
Indikation
Hauptanwendungsgebiete der Brachytherapie sind die Behandlung von
Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Ohren (HNO) Bereich, der Haut, der
Prostata, der weiblichen Brust und der
weiblichen Geschlechtsorgane, seltener der unteren Atemwege, der
Speiseröhre und der Blasen- und Harnwege. Außerhalb der Krebstherapie gibt
es Anwendungen bei einigen kardiovaskulären und endovaskulären Erkrankungen.
Der therapeutisch wirksame Bereich ist in Abhängigkeit vom benutzten
Radionuklid auf wenige Zentimeter bei Gammastrahlern und wenige Millimeter
bei Betastrahlern um die Position der Strahlenquelle beschränkt.
Therapieformen
Brachytherapien können auf verschiedene Weise klassifiziert werden.
Gebräuchlich ist eine Klassifikation nach dem Ort der Anwendung in:
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Oberflächenapplikationen: Dabei
werden gekapselte Strahlenquellen auf oder in die Haut eingebracht, zum
Beispiel zur Behandlung von Hauttumoren.
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Interstitielle Brachytherapie:
(interstitiell = dazwischenliegend) Hierzu werden die Strahler mittels
Nadeln, die zuvor in das zu behandelnde Volumen in Körpergewebe gestochen
wurden, eingebracht. Interstitielle Therapien erfordern deshalb meist eine
Voll- oder Teilnarkose und eine sterile Umgebung. Da die bei der
Brachytherapie verwendeten Strahlenquellen nur einen Durchmesser von
weniger als einem Millimeter aufweisen, kann deren Platzierung mittels
entsprechend dünner Nadeln erfolgen.
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Intrakavitäre Brachytherapie:
Hier werden gekapselte Strahlenquellen in vorhandene Körperöffungen
eingeführt, zum Beispiel beim Gebärmutterhalskrebs. Vielfach ist keine
Narkose erforderlich und die Behandlung kann ambulant erfolgen.
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Intravaskuläre Brachytherapie:
Hier werden gekapselte Strahlenquellen zur Behandlung der Gefäßwände in
Gefäße eingeführt, zum Beispiel mittels eines Herzkatheters in der
Kardiologie. Auch hier sind eine Voll- oder Teilnarkose und eine sterile
Umgebung notwendig.
Verfahren
Das älteste, kaum noch gebräuchliche Verfahren ist die manuelle Applikation
radioaktiver Gegenstände durch den Strahlentherapeuten, zum Beispiel in Form
von Nadeln oder Stäbchen, die dann nach vorausberechneter Zeit wieder
entfernt werden.
Dies
wird heute ersetzt durch Nachladeverfahren, für die sich der englische
Begriff Afterloading auch im deutschsprachigen Bereich eingebürgert hat.
Hierbei werden zunächst Führungen in Form von Hohlröhren, Hohlnadeln oder
Schläuchen eingesetzt, durch die dann eine radioaktive Quelle,
typischerweise an einem Drahtende montiert, ferngesteuert eingeführt, an
unterschiedlichen Stellen in der Führung positioniert und wieder entfernt
werden kann. Damit läßt sich eine Strahlenbelastung des medizinischen
Personals vermeiden. Man unterscheidet HDR (von eng. High Dose Rate)
Brachytherapie mit hoher Aktivität der Quelle und Anwendungsdauern im
Minutenbereich und LDR (von eng. Low Dose Rate) Brachytherapie mit
geringerer Aktivität und Anwendungsdauern von mehreren Stunden. Die
verwendeten Nuklide sind heute meist die Gammastrahler Ir-192, Co-60,
seltener Cs-137, Yb-169, neuerdings auch Tm-170.
Daneben hat sich das Verfahren der Seed-Implantation (von englisch: Seed =
Samenkorn), bei dem mittels Hohlnadeln mit strahlendem Material gefüllte
winzige Stäbchen (sog. Seeds) in dem Tumorgebiet abgelegt werden,
hautsächlich zur Behandlung von Prostatakrebs, etabliert. Diese Seeds enthalten
ein kurzlebiges Radionuklid, das binnen einiger Monate praktisch vollständig
abklingt. Die danach inaktiven Seeds verbleiben dauerhaft im Körper. Für die Seed-Implantation
wird üblicherweise I-125 oder Pd-103 benutzt. Da die verwendeten
Radionukleide nur Gamma-Strahlung geringer Eindringtiefe aussenden, wird
das umliegende Gewebe optimal geschont. .
In
der Vor-Computer Ära wurden feste Regeln für die Anordnung und die Abstände
der Quellen zueinander entwickelt, die eine hinreichend gleichmäßige
Dosisverteilung garantieren und eine Dosisberechnung von Hand erlauben
sollten. Die bekanntesten dieser sogenannten Dosimetriesysteme sind nach dem
Ort ihrer Entwicklung als Manchester-, Paris- oder Stockholm-System bekannt.
Heutzutage können die Dosisverteilungen aufgrund von Schnittbildaufnahmen,
die mittels Computertomographie, Kernspintomographie oder Ultraschall
erstellt werden, am Computer geplant und vorausberechnet werden, wobei man
nicht mehr auf eine vorbestimmte Anordnung der Quellen angewiesen ist.
SonoTECH engagiert sich seit einigen Jahren intensiv für
die Brachytherapie und hat in enger Zusammenarbeit mit
führenden Medizinphysikern und Strahlentherapeuten Therapie-Planungsprogramme
für die HDR- und die LDR-Brachytherapie entwickelt, die hinsichtlich
Funktionsumfang, Planungsqualität und Bedienerfreundlichkeit weltweit Maßstäbe
setzen.
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